~ B i t t e r s w e e t ~

Terra <3 Yaoi

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Ein Grinsen lag auf Raphaels Lippen, während er durch die Gassen streunte, um das Objekt seiner, und mit Sicherheit auch Léons Begierde, zu finden, dass ihn beiden etwas Abwechslung beschaffte. Seine inneren Gefühle schätzte er auf einfache Vorfreude ein, während jeder Psychiater ihn für einen kompletten Sadist gehalten hätte. Es dauerte nicht lange, bis er auch endlich jemanden fand, der Chancen hatte, als tauglich eingestuft zu werden. Das Funkeln in seinen gelb-goldenen Augen war inzwischen nicht mehr zu übersehen.
"Schöner Abend, nicht wahr?", fragte er, tauchte wie aus dem Nichts neben dem Kerl auf, den er seit einigen Minuten unbemerkt beobachtet hatte.

Chester hatte seine Wohnung weit hinter sich gelassen und hatte sich auf den Weg zur Bar gemacht. Es dämmerte bereits und er freute sich auf die Verabredung mit Vivi. Seit fast 1 1/2 Jahren hatte er keine Beziehung mehr gehabt und dementsprechend sah es auch mit seinem Sexbedarf aus. Dann war ihm Vivi über den weg gelaufen und er schätzte, dass er, nachdem er sie bei ihrer letzten (der zweiten) Verabredung geküsst hatte, endlich auch ins Schlafzimmer begleiten dürfte. Verliebt war er nicht in sie - dafür kicherte sie einfach zu viel - aber sie war doch recht hübsch und auszuhalten.
Er schreckte auf, als er eine fremde Stimme hörte und in zwei ebenso fremde gelbliche Augen schaute. Chester war sich sicher, dass es Kontaktlinsen waren.
"Ja", gab er nur zurück und ging weiter.

Raphael verzog leicht das Gesicht, als der Junge ihm so einfach eine Abfuhr erteilte. So leicht ließ er sich nicht abwimmeln. Er wareinfach zu dickköpfig und stolz, dass er sich von einem Menschen einfach als nerviges Etwas abtun ließ und nicht noch einmal nachhakte. Außerdem bekam er immer, was er wollte - und vor allem, wen er wollte. Grinsend machte er einen langen Schritt und versperrte dem Jungen den Weg.
"Bereits jemandem versprochen oder darf ich dich zu einem Drink ausführen?", fragte er höflich, lächelte charmant, während er sich tief verbeugte, den Augenkontakt dabei nicht brach und dem Jungen seine rechte Hand höflich entgegen streckte. Das war einfach die altertümliche, höfliche Manier, die dort bei ihm durchkam, zumal er auch ein ziemlich schleimer sein konnte, wobei seine Masche bei der lebenden Bevölkerung wohl nicht mehr sehr gut ankam.

Chester zog eine Augenbraue hoch und reichte dem anderen zögerlich die Hand. "Schon vergeben", antwortete er knappt und schob sich dann an dem Fremden vorbei. Leute gibt's, die gibt's gar nicht!, dachte er sich und vergrub die Hände in den Hosentaschen, wischte sie sich unauffällig ab.

Einen Moment lang starrte Raphael dem Kerl wie blöd hinterher, musste sich von dieser Abfuhr erstmal erholen. Damals, als er selbst noch ein Mensch gewesen war, hatte jedes Mädchen, und natürlich auch jeder Junge, bei diesem Gesäusel Herzklopfen bekommen und war ihm auf Knie hinterhergerutscht, nur um seine Füße sowie ganz andere Dinge lecken und küssen zu dürfen. Allerdings war das schon einige Jahrhundert her.
"Vielleicht bin ich eingerostet?", fragte er sich selbst kopfschüttelnd, schwelgte einen Moment in Selbstmitleid, ehe er sich entschloss, das nicht auf sich sitzen zu lassen. Mit einem Sprunge war er auf dem Dach des Wohnblocks und sah sich um. Er konnte den Jungen sofort unter den wenigen Menschen ausmachen, die sich alle in die Richtung einer Bar bewegten. Der Perfekte Ort, um ihm aufzulauern.
Wieder guter Laune schlich er sich ungesehen in die Bar und suchte sich einen Platz in einer Ecke, um seine Beute erst einmal zu beobachten und eine Taktik zu entwickeln, wie er den anderen am betsen rum bekam.

Chester trat in den stickigen und rauchgeschwelgten Raum. Er blickte sich nach Vivi um und entdeckte sie an einem Tisch direkt in der Mitte. Typisch, sie stand gerne im Mittelpunkt. Lässig kam er auf sie zugeschlendert, ein Grinsen im Gesicht. "Hallo", begrüßte er sie gerade laut genug, dass sie ihn hören konnte.
Verena stand auf und er nahm sie in die Arme, küsste sie. Sie kicherte und beide setzten sich wieder. Ob sie wohl in ihn verliebt war? Egal, hauptsache, er hatte heute endlich wieder Sex. Guten Sex mit einer hübschen jungen Frau.
Chester wunderte sich selbst über seine Gedanken. Normalerweise achtete er auf die Gefühle anderer, aber das Gekicher ging ihm so sehr auf die Nerven, dass diese Frau ihm reichlich egal war. Nicht so sein Liebesleben...

Raphael zog seine Augenbrauen in die Höhe, als er sah, wie der Kerl das Mädchen küsste. Einfach nur abartig und vor allem nervig, dass der Kerl eine Hete war - das würde später noch Probleme bereiten. Ein Kellner kam zu Raphael herüber, ein ziemlich hübscher, wie er feststellen musste, doch er wollte nur diesen Jungen dort in der Mitte des Raums. Um nicht aufzufallen, bestellte er sich ein Bier, das er allerdings nicht anrührte. Er musste nur auf den richtigen Moment...
Ein Lächeln huschte über Raphaels Lippen, als Verena aufstand. Dank seines feinen Gehörs hatte er alles mitgekriegt - wie zum Beispiel, dass sie sich entschuldigte, um auf Toilette zu gehen. Er wartete eine Sekunde, bis sie verschwunden war, erhob sich dann, um ihr zu folgen. Wäre doch gelacht, wenn er dieses aufmerksamkeitbrauchende, kleine Mädchen nicht rumkriegen würde. Mit seinem charmantesten Lächeln auf den Lippen fing er sie ab, als sie gerade die Toilette verließ.
"Oh", machte er, als hätte man ihn überrascht, ergatterte dadurch sofort Vivis Aufmerksamkeit. "Wenn ich gewusst hätte, dass hier so schöne Frauen anwesend sind, hätte ich mich etwas mehr in Schale geworfen." Er strich sich in einer Bewegung das pechschwarze, schulterlange Haar hinters Ohr und reichte ihr die Hand. "Mein Name lautet Raphael, und Euer, meine Schöne?"
Sie kicherte und Raphael konnte mehr als gut verstehen, weshalb Chester so genervt davon war. "Ich bin Verena", lachte sie leicht und nahm seine Hand, während sie vor entzücken das Gesicht verzog, als er ihr einen Handkuss gab. Frauen standen also noch immer auf die sogenannte, alte Küche.
"Wäre es Ihnen unangenehm, wenn ich Sie zu einem Glas Wein ausführen würde?", fragte Raphael, sah ihr dabei mit seinem laszivsten Blick in die Augen, den er aufbringen konnte.
Verena kicherte, schon wieder. "Aber mein Freund wartet doch da draußen", wandt sie ein, ließ seine Hand allerdings los.
"Was halten Sie dann davon, wenn wir uns hier etwas näher kennenlernen?", raunte Raphael, ergriff ihre Hand und zog sie an sich, um seine Lippen sanft auf ihre zu pressen, sofort seine Zunge hindurch zu schieben und in ihren offenen Mund. Sie wehrte sich überhaupt, scheinbar war er ihr Typ oder sie genoss es einfach nur, einmal wie eine Lady behandelt zu werden, was darauf schließen ließ, dass Chester eine Null im Umgang mit Frauen. Schließlich konnte man Vivi ganz leicht am Finger herumwickeln. Raphael löste den Kuss.
"Wenn Sie erlauben, könnten wir uns bei Ihnen oder mir Zuhause noch besser kennenlernen?" Er lächelte charmant, löste den Augenkontakt nicht.
"Ja, aber mein Freund-"
"Keine Sorge, um den kümmere ich mich persönlich." Ein undeutbares Grinsen schlich sich auf Raphaels Lippen. "Warten Sie einfach draußen, ich hole Ihren Mantel und sage Ihrem Freund, dass Sie für den restlichen Abend verhindert sind."
Sie nickte und ging weg, verließ die Bar. Das war das Zeichen für Raphael, dass er sich endlich wieder um den Kleinen kümmern konnte. Grinsend stolzierte er regelrecht auf den Tisch zu, von einer beinahe schon sichtbaren Aura von Arroganz umgeben. "Ich soll den Mantel der Lady holen", sagte er, als er angekommen war, wie beiläufig und griff nach der einfachen Jacke, "und Sie für den restlichen Abend entschuldigen." Er grinste, sodass man sofort erkennen konnte, dass sie ab jetzt ihm gehörte. "Außerdem lässt Sie dir ausrichten, dass es ihr außerordentlich leid tut." Natürlich hatte er sich den ironischen Tonfall einfach nicht verkneifen können.

Chester starrte den Typen von der Straße einfach nur an. Zu mehr war er in diesem Moment auch gar nicht fähig. Wie bitte? Und da hatte er sich gefragt, ob es okay wäre, wenn er sie nach dem dritten Treffen endlich flachlegen durfte! Und jetzt war er schon wieder weg vom Fenster?!
Chester sprang auf und versuchte, dem anderen die Jacke aus der Hand zu nehmen. Doch - und das überraschte ihn - war dieser trotz zierlicher Statur unerwartet stark.

Ein dunkles Knurren drang aus Raphaels Kehle, als Chester nach der Jacke griff und dabei unbeabsichtigt seine Hand streifte. Unbewusst leckte er sich über die Lippen, konnte einfach nicht widerstehen, den Junge mit unverholener Begierde im Blick zu mustern. Er musste sich regelrecht zusammenreißen, ihn nicht in diesem Moment, auf diesem Tisch und vor all diesen Leuten zu nehmen. Das könnte dann doch etwas Problematisch werden, da die Polizei ihn anschließend und mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit verfolgen würde.
"Ach, wenn du so ein Problem hast, können wir beide auch etwas unternehmen." Raphael lächelte unschuldig, zog allerdings ruckartig an der Jacke und Chester so an sich, ließ seine freie Hand auf den Hintern der Jungen wandern, während er ihm tief in die Augen sah. "Wäre mir... weitaus lieber..."

Chester starrte den anderen, von dem er nicht einmal den Namen wusste, erschrocken an. Dann packte er dessen Hand unsanft von seinem Hintern und versuchte, ihn von sich zu schubsen. ohne Erfolg. Der Typ war stark!
"Verpiss dich!", zischte er, aber der Blick, mit dem er gemustert wurde, machte ihm regelrecht Angst. Killerschwuchtelalarm...

Grinsend ließ Raphael seine Hand nicht von äußerlichen Einwirkungen beeinflussen, drückte nur zu und schob Chester so noch nichter an sich ran. Er wollte gerade seinen eigenen Lippen auf die des Jungen senken, konnte dem Drang einfach nicht widerstehen, als sich direkt hinter ihm jemand räusperte. Ruckartig fuhr er herum, ließ Chester sofort los und fixierte die Bedienung hinter sich mit einer Mischung aus Hass und Mordlust.
"Entschuldigen Sie bitte", begann der junge Mann unsicher, "aber der Herr hat scheinbar keine Lust, sich mit ihnen einzulassen. Ich möchte sie nun bitten zu-" Er wurde durch das Klirren von zersplitterndem Glas unterbrochen und der Raum war plötzlich mit angstvollen Schreien erfüllt, denen Raphael keine Bemerkung schenkte. Was konnte dieser Mensch es nur wagen, ihn bei seinen Spielchen zu unterbrechen?
Ein Fauchen passierte seine geöffneten Lippen, die inzwischen angewachsenen Fangzähne entblößten. Seine Augen blitzten regelrecht, fixierten den zitternden Mann direkt vor ihm, ehe seine Rechte hervorschoss und den Kerl am Hals packte. Die Füße des Jungen hoben vom Boden ab und er griff an Raphaels Hand, versuchte, den immer fester werden Griff, der ihm die Luft abschnürte, zu lösen.

"Hör auf!", schrie Chester, ergriff jedoch die Gelegenheit und sprang einen guten Meter rückwärts, außer Reichweite dieses Monsters. Der Kellner wimmerte und strampelte schwach mit den Beinen. Mehr als "Hör auf!" -schreien traute sich Chester aber dann auch nicht, genauso wie die anderen Gäste. Was war das für ein Viech? Was wollte es von ihm und warum vergriff es sich mal eben, einfach so, an Leuten?

Der Kellner röchelte bereits, schnappte verzweifelt nach Luft, als Raphael ihn plötzlich losließ. Er knallte auf dem Boden auf und krabbelte ein paar Meter rückwärts, ließ einen knurrenden Vampir zurück.
Es war ganz allein Léons Verdienst, dass Raphael den Kerl nicht getötet hatte, schließlich war der andere immer in seinem Kopf present und würde es wahrscheinlich nicht gutheißen, wenn er einfach mal so jemanden umbringen würde, nur um seine neuste Eroberung in Ruhe flachlegen zu können. Sich zu eben dieser umdrehend, ballte er die Hände zu Fäusten und fixierte Chester wütend.
"Starr nicht so dumm, sondern komm mit!", befahl er, griff nach Chesters Handgelenk, ehe er den anderen nach draußen zerrte.

Wie ein Hündchen folgte Chester dem anderen. Was blieb ihm auch anders übrig? Er versuchte zu lächeln, als er an Vivi vorbeigeschleift wurde (die ausnahmsweise mal nicht kicherte sondern ziemlich blöd schaute), aber ob es ihm so recht gelang wagte er mal zu bezweifeln. Was sollte das denn jetzt? Ohne viel Hoffnung versuchte er, seinen Arm loszureißen, doch der Griff des anderen war kräftig. Wie psychisch gestört konnte ein Mensch eigentlich sein?
„Ähm…Chester? Raphael?", hörte er Vivi, die empört und vorsichtig zugleich klang.
Er drehte sich im Geschleiftwerden um. Raphael hieß der Typ also, der ihn allen Anschein nach erst flachlegen und dann killen wollte – warum sonst würde er so etwas machen?

Raphael hielt gar nicht erst an, sondern stampfte nur durch die Scherben der Fensterscheiben, die er ausversehen zersprengt hatte.
"Tut mir ja wirklich leid", meinte er sarkastisch, bemerkte genervt, wie sie ihnen hinterher lief, "aber ich hege weniger als kein Interesse an dir. Du bist einfach nur nervtötend und nicht einmal zum Ficken gut!"
Er fixierte Vivi mit mordlustigem Blick und sie schüttelte nur ihr ach-so-hässliches Gesicht, während Tränen über ihre Wangen liefen. Das war das Gute an Kerlen, die flennten nicht immer sofort rum - was ihm ein Blick auf Chester auch bestätigte. Der wurde schließlich gerade verschleppt und fing nicht an zu heulen.
Zufrieden mit der Situation und der Meinung, weniger Schaden als erwartet zurückgelassen zu haben, zerrte Raphael Chester zu seinem Mercedes, zog die Tür auf, schiss Chester rein und schmiss sie wieder zu. Der andere konnte nicht entkommen - Kindersicherung.
Grinsend stieg er auf der Fahrerseite ein und beobachtete seine Beute gar nicht, während er den Motor starrte, meinte nur etwas vonwegen: "Anschnallen."

Vivi nicht zum Ficken gut? Chester war kurz daran zu widersprechen - sie hatte doch alles, was ein Kerl brauchte. Naja, gut, sie könnte hübscher sein, aber warum die Erwartungen immer allzu hoch schrauben?
Chester stieß sich den Kopf, als er in den Wagen gestoßen wurde. Kaum dass die Tür hinter ihm geschlossen wurde versuchte er, sie zu öffnen. Ohne Erfolg. "Kindersicherung", knurrte er und war doch ein bisschen beleidigt. Dass der andere ihm so wenig zumutete. Aber...naja, er hatte ja Recht - Chester kam nicht aus dem Wagen.
"Was soll das?!"

Raphael war bereits auf der Autobahn Richtung stattauswärts, grinste, während er die Fahrbahn fixierte. "Das ist eine Entführung, noch nicht mirgekriegt? Und ich an deiner Stelle würde schön die Griffe von der Tür lassen - wenn du rausspringst bist du tot und solltest du es überleben... naja, ich halte es für unwahrscheinlich, dass meine Auto keine Kratzer bekommt und wenn das der Fall ist, werde ich dich eigenhändig umbringen. Sprich ein Fluchtversuch würde zwangsweise zum Tod führen", beendete er seine für ihn komplett logische Erklärung und trat etwas aufs Gaspedal.
"Falls es dich interessiert... ich bringe dich jetzt zu mir, und meinem Freund, nach Hause. Dir wird es an nichts fehlen und du wirst sogar so lange leben, wie du keinen Unsinn anstellst und das tust, was wir sagen, so weit klar?" Raphael sah kurz auf Chester, zog seine Augenbrauen fragend hoch.

Chester schluckte, ließ aber die Finger vom Türgriff. Soweit war alles klar; der Typ, Raphael, war anscheinend in der Lage (das hatte er vorhin im Lokal bewiesen) ihn mal eben umzubringen. Und Scheu schien er davor auch keine zu haben.
"Was wollt ihr denn von mir?", fragte er und klang genauso wie er sich fühlte.

"Was kann ein Mann, oder besser gesagt gleich zwei Männer, denn schon wollen?", grinste Raphael äußerst zweitdeutig, wenn man es nicht sogar als ziemlich eindeutig bezeichnen konnte, ehe er wieder auf die die Straße sah. Sie waren bereits an dem Schild angekommen, dass den Weg zu ihrem Anwesen wies, und Raphael bog nach 50 Metern, die bei seinem Tempo schnell vergangen waren, ab. Der Wagen schlidderte ziemlich in der Kurve und verlor deutlich an Tempo, ehe sie auf der Landstraße weiter fuhren.
"Nicht mehr lange und wir sind da", meinte er gelassen.

Wieder schluckte Chester und sprach dann, wie er es eigentlich immer tat (mit dem Unterschied, dass er noch nie in einer solchen Situation wr und deshalb auch nicht so selbstbewusst wie gewöhnlich klag), aus, was er dachte: "Ihr wollt mich also flachlegen, hab ich das richtig verstanden? Und ihr denkt dazu auch noch, dass ich da mitmache?" Gut, das lang...viielleeeiiicht ein biiiiisschen selbstbewusster als es ihm zumute war. Aber...das interessierte doch nicht.

Raphaels Grinsen wuchs noch ein ganzes Stück. "Weißt du, du musst nicht mitmachen, das werden wir schon übernehmen. Oder ich, wenn Léon keine Lust hat, wobei ich das bezweifel", plauderte er nachdenklich, allerdings mehr zu sich selbst, als zu Chester. "Er kann da manchmal etwas gefühlvoll sein, Sex ist nicht so seine Stärke... nicht, dass er nicht geil im Bett wäre, aber es ist ihm eben nicht so wichtig."
Raphael sah Chester ziemlich verständnislos an. "Kannst du dir das vorstellen? Ich meine, da sind wir seit hunderten von Jahren zusammen und er steht immer noch so auf die Gefühlskiste, obwohl er doch eigentlich schon wissen müsste, dass ich ihn mehr als alles andere liebe."
Den Kopf schüttelnd konzentrierte er sich wieder aufs Fahren.

Chester schwieg an dieser Stelle lieber. Gut, betrachten wir das ganze mal mit etwas mehr Distanz: Da waren zwei Typen, Chester bezweifelte nicht, dass Léon ebenso stark wie Raphael war, die ihn verschleppt hatten, damit sie ihn hemmungslos vögeln konnten. Soweit so gut. Würde er nicht hier auf der Rückbank dieses Autos sitzen würde er über die Situation lachen. Zwei Schwuchtel, die Abwechslung im Bett brauchten - wirklich komisch. Wenn man, wie gesagt, nicht die Abwechslung war.

Grinsend hielt Raphael vor dem großen, eisernen Tor zu ihrem überdimensionalen Grundstück, fummelte am Baum rum und fand schließlich den Knopf, der ihnen die Tür öffnete. "Er steht auf Schnickschnack, also wunder dich nicht, wenn irgendetwas übertrieben Unnötiges im Haus herumsteht", erklärte er in leicht genervten Ton und fuhr den Wagen aufs Grundstück, hielt vor der Tür und stief aus. Dieses Mal hatte er sogar darauf geachtet, keine Blumen zu überfahren, da er sich eh sicher war, dass Léon seine Idee auf Anhieb schlecht fand. Allerdings würde ein Bisschen gut zureden mit Sicherheit helfen.
Zuversichtlich stieg Raphael aus, ging ums Auto herum und öffnete die Beifahrertür, um Chester raus zu ziehen. "So, da wären, wir mitkommen", befahl er. Nicht, dass Chester eine andere Chance gehabt hätte, schließlich wurde er am Handgelenk vom Vampir hinter diesem hergezogen.

Chester stolperte hinter Raphael her und schaute sich verwundert um. Geld hatten diesee Leute, ohne Zweifel. "Ihr Reichen glaubt aber auch wirklich, dass ihr euch alles leisten könnt, was? Nicht nur Sachen, sondern wirklich alles!", schnaubte er. Wenn er schon sterben musste, konnte er doch wenigstens auch mal vorher den Mund aufmachen...

Raphael zog die Stirn kraus und betrachtete Chester. "Sag mal, hast du gedacht, du wirst hierfür bezahlt?" Er legte den Kopf etwas schief, seufzte dann. "Ich bin hier nicht reich, seine Eltern waren wahrscheinlich vom Adel oder sowas, haben wir noch nie viel drüber gesprochen, aber als sie gestorben sind, haben sie ihm das Grundstück vermacht. Weißt du, das ist inzwischen schon über tausend Jahre alt."

Dass es davon den Großteil in Léons Besitz gewesen war, hielt er für so natürlich, dass er es nicht erwähnenswert fand - wobei ihm seine Aussage klar machte, wie wenig sie eigentlich redeten. Er wusste ja nicht einmal, wer Léons Eltern überhaupt gewesen waren, wer er überhaupt war... er liebte ihn einfach nur - und das war doch das Wichtigste, oder?

Seufzend öffnete Raphael die große Tür und trat ein. "Schuhe in den Schrank dort, Jacke aufhängen, sonst bist du tot." Er pfefferte seine Schuhe wieder in die Ecke und warf seine Jacke über das Schuhregal. "Mich kann er ja glücklicherweise nicht mehr umbringen", erklärte Raphael grinsend, hatte die Tür inzwischen geschlossen und Chester losgelassen.

Chester schaute Raphael an. Nicht mehr umbringen? Dann gehorchte er - sicher war sicher. Er glaubte nicht, dass der andere scherzte. Es sah zumindest nicht danach aus. Überhaupt nicht. Also stellte er seine Chucks sorgfältig in den Schrank und hängte seine Lederjacke (anm: nein, siei st nicht rosa!) an den Haken.

Dann schaute er wieder Raphael an und fragte sich, was jetzt wohl kam. Dass es früher oder später beim Sex enden würde hatte er schon verstanden (und insgeheim fragte er nicht, wie Schwuchtelsex wohl funktionierte, schließlich hatte er es noch nie probiert), aber was sonst ablief checkte er nicht. Mittlerweile hatte er sich ganz gut gesammelnt und sich gesagt, dass er einfach ruhig bleiben sollte und gehorchen musste, dann würde alles vielleicht mehr oder minder gut gehen...

Raphael machte sich nicht die Mühe, die Haustür abzuschließen - Chester würde nicht weit kommen, dessen war er sich mehr als sicher. Grinsend wandte er sich zu Treppe und sah nach oben. Wahrscheinlich war Léon dort - und wenn nicht, so lange er laut genug brüllte, würde der andere ihn sowieso hören, auch wenn er sich in den Kellern befand.
"Schatzi?!", rief er zuckersüß, einfach um Léon im Vorraus schon einmal friedlich zu stimmen, obwohl er sich damit wohl eher verdächtig machte, was eigentlich nicht sein Plan war. "Ich war gerade weg und habe etwas mitgebracht!"
Ja, etwas, und Raphaels Grinsen wurde immer breiter. Er freute sich darauf, seinen Freund wiederzusehen, ihn in die Arme zu nehmen und hoffte insgeheim, dass sie dann einfach glücklich werden würden. Ob mit oder ohne dem Menschen, den er gerade mitgeschleppt hatte - im Notfall konnten sie ihn ja noch als kleinen Snack benutzen.

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