~ B i t t e r s w e e t ~

Terra <3 Yaoi

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 Die Tropfen fielen langsam und stetig. Léon lauschte ihrem Geräusch, während er verträumt aus dem Fenster starrte. Schon wieder Regen. In letzter Zeit ein Dauerzustand.
Auf eine ironische Art und Weise passte das Wetter perfekt zu seiner Stimmung. Die Sonnentage schienen vorbei zu sein.
Léon fuhr sich durch das braune Haar. Es war recht lang (wenn es nass wurde, ging es ihm beinahe bis zu den Schultern) und gelockt. Einen Moment lang schloss er die warmen, grünbrauen Augen.
In seiner rechten Hand hielt er ein kristallenes Weinglas; die Flüssigkeit darin war jedoch nicht als Wein identifizierbar - rot und dickflüssig.
Léon ließ sich tiefer in die blauen Polsterkissen der Couch sinken.
Seine Gedanken drehten sich im Kreis - genau, wie alles momentan. Er trat auf der Stelle. Er kam einfach nicht weiter. Sie beide kamen nicht weiter. Irgendetwas musste gschehen. Nur was?
Schweigend wartete Léon auf Raphael's Rückkehr.

Keuchend ließ Raphael sich auf einen der harten, grün gepolsterten Stühle sinken, mit denen das gesamte Polizeipräsidium gefüllt war. "Sind wir endlich fertig?", fragte er und sah auf Kevin, der gerade mit einer Akte in der Hand das Zimmer betrat.
"Wir müssen noch ein paar Sachen ausfüllen, aber...", der Blondhaarige musterte ihn durchgehend, ehe er weitersprach, "...wenn es unbedingt sein muss, kann ich das auch allein machen."
Der andere hatte kaum ausgesprochen, da stand Raphael schon im Türrahmen. Das "Aber du schuldest mir was!" überhörte er geflissentlich. Er wollte endlich raus aus diesem stickigen Gebäude und auch, wenn er mit den Menschen auskam, einige von ihnen sogar mochte, war es ihm Zuhause bei Léon immer noch am liebsten. Natürlich, auch er hatte gemerkt, dass ihn dort nichts Neues mehr erwartete, aber allein die Aussicht darauf, etwas könnte passiert sein, drängte ihn immer wieder in die eigenen vier Wände.
Eilig stieg er in seinen flachen Mercedes, das einzige, was er sich von dem Bisschen Geld, das er verdiente, geleistet hatte, und fuhr vom Gelände herunter. Die Fahrt durch die Stadt dauerte ungefähr eine halbe Stunde, ehe er auf eine Landstraße bog und dort noch mal eine ganze Weile fahren musste. Das triste Grau des Asphalts, das ihn bisher umgeben hatte, war inzwischen zum belebtem Grün eines Waldes geworden, in dem er bald ihr Anwesen erreichte, das allein Léons Verdienst war - er hatte von den beiden das meiste Geld, wollte allerdings kein Bisschen davon abgeben, weshalb Raphael auch gezwungen war, arbeiten zu gehen.
Seufzend hielt er vor dem großen, eisernen Tor und fummelte an einem Baum herum, der sich direkt neben der Einfahrt befand. "Irgendwo..." Nach einem Moment hatte er den kleinen Knopf, der bei Betätigung das Tor öffnete, gefunden und drückte ihn erleichtert. "Scheiß Technik." Eigentlich brauchten sie den ganzen Schnickschnack ja überhaupt nicht, aber, wieso auch immer, war er trotzdem da.
Raphael parkte seinen Wagen direkt vor dem Haus und beeilte sich, rein zu kommen. Es regnete und er hatte mehr als keine Lust, nass zu werden.

Geräusche von der Eingangstür her verkündeten Raphaels Rückkehr. Trotz der 2 Stockwerke Entfernung drangen sie an Léons Ohren - natürlich. Einen Moment lang überlegte er, aufzustehen, aber dann verwarf er den Gedanken. Er war sowieso viel zu oft so... weich. Es missfiel ihm ja selbst und - wenn man ehrlich war - lebte er ja mit einem ziemlichen Egoisten zusammen, aber er war nie besonders selbstbewusst gewesen. Und Raphael brachte ihn immer dazu, nachzugeben.
Léon ließ den Inhalt des Weinglases kreisen, während er mit gespitzten Ohren auf die Geräusche von unten lauschte.
Gedankenverloren nahm er einen Schluck und sah sich im Zimmer um.
Außer der pompösen Couch füllten noch zwei Sessel, ein Couchtisch, eine Vitrine sowie ein riesiger Flachbildfernseher den Raum. Léon liebte alles, was mit Luxus zu tun hatte. Kein Wunder - immerhin war er damit aufgewachsen. Er kannte gar nichts anderes. Dass er diesem Lebensstil noch immer fröhnen konnte lag an dem beachtlichen Erbe - und seinem geschickten Umgang mit Aktien, der das Vermögen noch beachtlicher gemacht hatte. Léon de Bergerac gehörte einem recht unbekannten, aber reichen, französischen Adelsgeschlecht an.
Plötzlich landete Léons Glas auf dem Boden und die rote Flüssigkeit breitete sich langsam auf dem hellen Teppich aus. Der Raum war leer.
Hastig eilte Léon die Treppen hinab. Erst kurz bevor er Raphael erreicht hatte, wurde er langsamer.
Auf der letzten Stufe blieb er schweigend stehen.

Raphael schüttelte seine Schuhe hastig vor den Füßen und trat sie dann in eine Ecke. Mit Ordnung hatte er es, zum Leidwesen Léons, noch sie sehr gehabt, aber das war ihm ziemlich egal. Er war Luxus und einen übertriebenen Putzfimmel einfach nicht gewohnt. Als er wieder aufsah entdeckte er Léon, der schweigend auf der Treppe stand. Irgendetwas gefiel Raphael an dem anderen nicht.
"Ist alles okay?", fragte er skeptisch. Léon sah... irgendwie... nicht gerade rosig aus und auch der Blick gefiel Raphael nicht. Ja, er hatte seine Schuhe in die Ecke gepfeffert. Ja, seine Jacke hing schief auf dem Haken. Und ja, er hatte mit seinem Wagen ein paar Blumen überfahren - aber das war Léon doch nach der Ewigkeit, die sie bereits zusammen waren, schon gewohnt.

Missbilligend bemerkte Léon die Unordnung, die Raphael mal wieder verursacht hatte. Konnte er eigentlich nie damit aufhören?
Aber in Ordnung, darum ging es jetzt nicht.
"Wir müssen reden", sagte Léon leise. Er schaffte es nicht ganz, seine Aufgewühltheit zu verbergen, wie er es sonst tat.
Er ging an Raphael vorbei, ohne ihn anzusehen, und betrat das eigentliche Wohnzimmer, das zum Empfang von Gästen und ähnlichem bestimmt war. Léon lehnte sich an eine Kommode und wartete darauf, dass Raphael ihm folgte.

"Super", murrte Raphael kaum hörbar. Das klang nach Ärger, und zwar gewaltigem, dabei war es bei ihnen in letzter Zeit alles ziemlich reibungslos verlaufen. Wenn man davon absah, dass so gut wie gar nichts gelaufen war.
Seufzend folgte er Léon ins Nebenzimmer und blieb im Türrahmen stehen, lehnte sich gegen ihn. Er hatte nicht wirklich das Bedürfnis, sich hinzusetzen, dafür war er viel zu emotional, was ernste Gespräche betraf. Meistens konnte er dabei nämlich nicht wirklich ernst bleiben und sprang nach dem ersten wörtlichen Schlagabtausch sowieso aufgebracht auf. "Also... worüber willst du reden?", fragte er leise, wusste allerdings, dass Léon es äußerst gut hören konnte.

"Über uns", erwiderte Léon schlicht, noch nicht ganz sicher, wie er das Thema aufrollen sollte. "Ich bin nicht ganz...zufrieden mit dem, wie es momentan zwischen uns aussieht. Ich denke, das kannst du nachvollziehen." Er machte eine Pause, suchte nach den richtigen Worten. "Ich weiß nicht, wie lange das so weiter gehen soll..."
Über die Jahre hinweg war der französische Akzent beinahe verschwunden, aber immer, wenn Léon unruhig war, schlich er sich wieder ein.
"Mon dieu...", er rang die Hände, "sag mir doch bitte, was ich falsch mache! Ich weiß doch auch nicht, wieso es jetzt so aussieht. Und ich will nicht, dass es bleibt, wie es ist... also, sag mir, was ich tun kann." Léon war ehrlich verzweifelt. Gut, er war schnell verzweifelt und interpretierte sowieso in alles viel zu viel hinein. Aber das hier war wirklich etwas. Das bildete er sich nicht nur ein.
Irgendwie war die Luft raus. Besser konnte man es nicht beschreiben. Es fehlte der Biss - Léon hätte beinahe über die Wortspielerei gelacht.
Und wie immer suchte er natürlich die Schuld bei sich selbst. Léon war einfach zu labil.

Nachdenklich kratzte Raphael sich am Hinterkopf. "Ich weiß es doch selber nicht", antwortete er etwas niedergeschlagen und suchte mit seinem Blick den Raum nach irgendetwas ab, was ihm helfen konnte. Das er nichts finden würde, war ihm nur all zu gut bewusst. "Es ist ja nicht so, dass..." Er brach ab. Sie beide waren einfach schon so lange, hatte schon so viel mit einander erlebt, dass es kaum noch etwas gab, dass ihnen Abwechslung bescheren konnte.
Raphael stieß sich von der Wand ab und lief ein paar Schritt in den Raum hinein, während er sich nervös durch das schulterlange, gestufte und pechschwarze Haar fuhr. "Es ist wiraklich nicht so, dass du mich nicht mehr anmachst oder so", griff er den Satz von vorhin wieder auf, "aber unser Sex war schonmal weitaus aufregender." Mit seinen Worten stellte er es so hin, als wäre alles Léons Schuld - eine alte Angewohnheit, die allerdings nicht nur Raphaels Schuld war. Léon war immer der Meinung, für alles und jeden Schuld zu sein, und das hatte sich Raphael inzwischen auch angewöhnt, zu denken.

Léon nickte bedrückt.
"Tut mir leid", murmelte er, "Aber was soll ich denn tun? Ich meine... der Sex kann ja nicht alles sein, oder? Ist das das einzige, was unsere Beziehung für dich ausmacht?"
Léon fühlte sich ein wenig reduziert. Für ihn war die körperliche Seite nie unwichtig, aber auch nicht erstrangig gewesen. Man hatte ihn schon oft deswegen als weibisch bezeichnet, aber herrgott - so war er nun einmal.
Er steckte die Hände in die Hosentaschen und blickte weiter zu Boden.

"Nicht... alles", betonte Raphael und verzog das Gesicht. Für ihn bestand der Großteil einer Beziehung aus Sex - und das nicht nur, weil es Sex war, sondern einfach aus dem Grund, dass er mit der Person, die er liebte, einfach so viel Nähe und Liebe austauschen wollte, wie es ihm nur möglich war. Allerdings konnte er es so oder auch nur ähnlich niemals sagen, nicht zu Léon.
"Natürlich können wir auch andere Sachen machen, aber Sex spiel trotzdem eine ziemlich wichtige Rolle", meinte er, nur um seine Meinung nochmal deutlich auszudrücken. Ein undeutbares Lächeln schlich sich auf seine Lippen, ehe er an Léon herantrat und seine Arme um die Hüfte des anderen schlang. "Ich kann nunmal einfach nicht bei dir sein, ohne dich anfassen zu wollen. Und dieser Drang lässt sich wirklich nur schwer zurückhalten", hauchte er und zog Léon dich an sich heran.

"Hrmpf", kommentierte Léon undeutlich die Ausführungen seines Lebensgefährten. Dieser trat auf ihn zu und nahm ihn in die Arme.
"Oh, Raphael, bitte!", ereiferte er sich genervt, "Kannst du dich nicht e.i.n.m.a.l vernünftig mit mir unterhalten, ohne gleich in die Kiste zu wollen? Ist das denn so schwierig?"
Léon schlüpfte aus der Umarmung und funkelte den anderen an. "Ich komme mir so... ausgenutzt vor. Nenn mich vielleicht romantisierend oder altmodisch, aber zu diesem Körper gehört noch eine verdammte Seele und die kommt einfach zu kurz!"
Er verschränkte die Arme vor der Brust und schob die Unterlippe vor. Heute war er nciht bereit, nachzugeben.

Raphael verzog das Gesicht. Sein Missfallen an der Situation stand ihm sprichwörtlich auf der Stirn geschrieben. "Und zu meiner Seele gehört auch noch mein Körper", erwiederte er aufgebracht. "Und dieser Körper kommt in letzter Zeit definitiv zu kurz! Ich brauche keine Rosen und diesen ganzen kitschigen Kram, das ist einfach nichts für mich, was ich brauche ist -!"
Er brach ab, dachte sich das 'Dich' nur traurig, ohne das es über seine noch immer geöffneten Lippen kam. Für ihn war es ein Problem, diese ganze Romantik, damit konnte er einfach nicht umgehen - er konnte sich selbst und auch gegenüber Léon seine Gefühle nicht eingestehen, wollte es nicht. Insgeheim wusste Raphael, was er für den anderen empfand, wie er sich fühlte, doch stellte es ein Problem da, das alles nach außen zu bringen.
Wenn sie einfach nur Sex hatten, mussten sie nicht reden und konnten sich dennoch zeigen, wie sehr sie ich liebten, begehrten. Bei einem gemeinsamen Abendessen oder irgendwelchen anderen, außerhalb des Bettes ausführbaren Tätigkeiten gab es immer die Möglichkeit, dass Léon ihn in eine Situation drängen konnte, in die er nicht wollte, mit der er nicht mehr klarkam. Und Raphael hasste nichts mehr, als die Kontrolle über etwas zu verlieren.

"O mon dieu, du armes Wesen, du hast Sexentzug - tust du mir aber leid", kommentierte Léon ironisch. Er verabscheute es, sich mit Raphael zu streiten, aber manchmal ging es nun einmal nicht anders.
"Weißt du eigentlich, wie kindisch du dich verhältst? Ich rede ja nicht von roten Rosen, ganz so schlimm bin ich wohl auch nicht, aber wir reden so selten einfach miteinander... ich habe langsam das Gefühl ich wäre nur eine Bettaffäre für dich und weiter nichts. Als wäre ich nur dafür gut. Das ist doch das einzige, was wir noch zusammen machen!"
Er biss die Zähne zusammen und schwieg eine Weile.
"Hör mal", fuhr Léon schließlich in sanfterem Ton fort, "Du weißt, dass ich mich nicht mit dir streiten will. Versuch nur, meine Seite zu verstehen. Kannst du das?"

Seufzend starrte er auf den Boden, konnte Léons Blick einfach nicht standhalten. Manchmal bewunderte er seinen Freund dafür, dass dieser einfach so sagen konnte, was er dachte - und er wünschte es sich selber auch, war aber vollkommen unfähig, es zu tun.
"Irgendwie", murrte Raphael und wagte einen kurzen Blick nach oben. Wieso konnte Léon nicht einfach sauer sein? Damit konnte er umgehen. Kleine Streits, diese zickige Seite an seinem Freund, das war er gewohnt, aber wenn Léon ihn auf diese Weise ansah, tat es ihm einfach nur weh.

Léon seufzte, als er die Miene seines Freundes las. Raphael war verletzt, ganz eindeutig - er konnte den Schmerz in den Augen des anderen sehen.
"Ich will dir kein schlechtes Gewissen machen, mon cher", murmelte er leise, "Ich versuche doch nur... eine Lösung zu finden."

Er ließ sich auf einen gepolsterten Stuhl sinken und vergrub das Gesicht in den Händen. 'Schon wieder nachgegeben', schalt er sich in Gedanken, 'Kannst du nicht ein einziges Mal konsequent sein?'

Einen Moment stand Raphael einfach nur schweigend da und beobachtete Léon, als wartete er darauf, dass der andere etwas tat, ehe er sich wegdrehte. "Ich... geh und leg mich etwas hin", murmelte er gedankenverloren, während er sich beeilte, eines der Schlafzimmers des Anwesens zu erreichen. Er ging absichtlich nicht in ihr gemeinsames, da er - und wahrscheinlich auch Léon - etwas Zeit für sich brauchte.
Zu einer Lösung zu kommen war, Raphaels Meinung nach, einfach unmöglich, zumindest zu diesem Zeitpunkt. Vielleicht würden sie es etwas später schaffen, wenn sie sich beide beruhigt hatten und etwas Gras über die Sache gewachsen war - was allerdings noch eine lange, lange Zeit dauern würde. Raphael schmiss sich auf das große, mit Samt bezogene Himmelbett, das sich im Zimmer befand, und vergrub sein Gesicht im Kissen. Er konnte, wollte und brauchte jetzt nicht schlafen, aber die Ruhe genießen, das stellte er sich angenehm vor. Dann konnte er etwas abschalten.

Léon ließ Raphael schweigend das Zimmer verlassen. Er wartete noch einige Sekunden, bis er die Tür eines Schlafzimmers gehen hörte, bis er sich langsam erhob und durch eine Hintertür den parkähnlichen Garten betrat. Ziellos wanderte er an den Pflanzen vorbei, ohne Blick für ihre üppige Schönheit. Schließlich ließ er sich auf einer hölzernen Bank am Rande eines etwas zu groß geratenen Gartenteiches nieder. Ein Vogel zwitscherte in dem Apfelbaum zu seiner Rechten. Léon knurrte; verschreckt flatterte das kleine Geschöpf davon.
Er nahm einen Kiesel vom Boden und warf ihn in das Wasser vor ihm. Kreise bildeten sich auf der zuvor ruhigen Fläche, breiteten sich aus, wuchsen immer mehr. Léon seufzte. Anstrengend, diese ganze Beziehungskiste.

Unruhig wälzte er sich auf dem Laken hin und her, konnte einfach keine Ruhe finden, da ein schmerzhaftes Stechen in seiner Brust ihn ständig daran erinnerte, wie sehr er sich nach Léon sehnte. Mit Leib und Seele. Nach dessen Leib und Seele. Er wollten den anderen berühren, am ganzen Körper, jeder einzigen Stelle, wollte hören, wie Léon seinen Namen stöhnte und umgekehrt. Allein bei der Vorstellung stellten sich seine Nackenhaare auf, sodass er sich zusammenreißen musste, nicht sofort nach unten zu stürmen und Léon an sich zu reißen. Das würde auch nichts verbessern.
Seufzend erhob er sich und lief zum Fenster, sah hinaus auf den wunderschönen Garten, in dem sie so oft spazieren gingen. Es war ein Paradies, ihr Paradies, doch sie hatten sich nicht zurückhalten und vom Apfel kosten müssen - jetzt war alles scheinbar vorbei. Die goldenen Pforten hatten sich geschlossen, die Idylle war verschwunden, während Trauer und Regentage ihren Platz eingenommen hatten. Der einzige Weg für sie führte durch die Hölle, einmal davon abgesehen, dass sie in Wahrheit wohl niemals sterben und diesen Ort wirklich erreichen würden.
Raphael schüttelte den Kopf, löste sich vom Anblick der Rosenbüsche, ehe er nach unten ging, da ihm gerade die brillianteste Idee seines Lebens gekommen war. Vielleicht konnte er in ihre Beziehung wieder etwas Schwung und Abwechslung reinbringen, wenn er sich die richtige Person, anders gesagt den richtigen Kerl, aussuchte. Natürlich hatte Léon gesagt, ihre Liebe würde sich nicht durch Sex definieren, allerdings war das die einzige Art und Weise, wie Raphael seine Gefühle zum Ausdruck bringen konnte. Folglich war ein neuer Anreiz, damit Léon mit ihm ins Bett stieg, wahrscheinlich das Beste, was sie tun konnten.

Léon begann, mit dem Zeigefinger unsichtbare Muster auf die hölzerne Armlehne der Bank zu malen. Wessen Schuld war die ganze Sache eigentlich? Hatte überhaupt jemand Schuld? So musste sich ein gefallener Engel fühlen - verstoßen aus dem Paradies. Léon schmunzelte. Als würde er an so einen Schwachsinn glauben.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erhob er sich und ging zurück ins Haus. Schon auf der Türschwelle spürte er die Abwesenheit. Das riesige Gebäude war verlassen. Léon tat einige weitere Schritte, den Flur entlang. Vor einem großen goldgerahmten Spiegel blieb er stehen und sah sich selbst in die Augen.
"Pech, Léon. Du bist selber Schuld an dem Dilemma."

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